Mitarbeiter des Chemieparks, die an der dortigen Messstation tagtäglich Proben entnehmen, konnten den scheuen Nager sogar beobachten.
„Der Biber hat einen Damm gebaut, der etwa einen halben Meter hoch ist“, erklärt Dr. Ulrich Groll, Abteilungsleiter Umweltschutz bei der CPG. Davor staut sich nun das Wasser. Groll vermutet, dass sich der Nager hier seine wärmende Höhle in der Uferböschung gebaut hat. Der Eingang liegt immer unter Wasser, um sich so vor Feinden zu schützen. Die eigentliche Höhle befindet sich dann wieder oberhalb des Wasserspiegels, ist trocken und bietet so optimale Bedingungen. Noch sei der Biber an dieser Stelle kein Problem. Doch sollte sich das Wasser noch mehr anstauen, könnte es über die Ufer des Schachtgrabens steigen und den Abfluss der Niederschlags- und Grundwässer aus dem Chemiepark behindern. Dann müsste man reagieren, den Biber durch Zerstörung des Dammes zur Abwanderung bewegen. Man stehe daher mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Anhalt-Bitterfeld und der Landesreferenzstelle für Biberschutz in Verbindung.
Durch die regelmäßigen Kontrollen der Mitarbeiter habe man die Entwicklung gut im Blick. Groll schließt nicht aus, dass es sich nicht nur um einen Biber handelt, der sich dort offenbar wohl fühlt. An den Rändern des Schachtgrabens seien zahlreiche Rutschen zu sehen. Das sind die Stellen, an denen der Biber ins Wasser gleitet. Da es relativ viele sind, vermutet der Umweltexperte mehrere Tiere. Ihrer Nagelust ist bereits ein Ahornbaum zum Opfer gefallen. Der stand irgendwann so wacklig da und drohte auf einen Zaun zu fallen, so dass er aus Sicherheitsgründen gefällt wurde. Aber da natürlich auch die Mitarbeiter des Chemieparks ein Herz für Biber haben, wurde der Ahornbaum mit den saftigen Zweigen vor Ort liegen gelassen.
Foto: Der angenagte Ahornbaum musste gefällt werden.